Prüftests
Tests vor Ort bei einer Produktprüfung: was sie finden
Eine Produktprüfung ist mehr als das Ansehen der Ware. Dazu gehören auch Tests vor Ort: Kontrollen mit einfachen Werkzeugen oder den Geräten der Fabrik, die Probleme finden, die eine Sichtprüfung übersieht. Welche Tests sich lohnen, hängt vom Produkt ab, und jeder muss vor dem Besuch in der Checkliste stehen. Dieser Leitfaden beschreibt die gängigsten Tests vor Ort, was jeder findet und wo seine Grenzen liegen.
- Die Tests, die für fast jedes Produkt gelten
- Produktspezifische Tests und für welche Kategorien sie passen
- Warum Tests vorab in die Checkliste gehören
- Was Tests vor Ort nicht ersetzen können
Tests für fast jedes Produkt
Einige Kontrollen gehören in fast jede Prüfung vor dem Versand, egal um welches Produkt es geht:
- Fallversuch mit Kartons. Verschlossene Exportkartons werden in fester Reihenfolge auf eine Ecke, Kanten und Flächen fallen gelassen. Dann werden sie geöffnet und der Inhalt geprüft. Das ist der direkteste Weg, um herauszufinden, ob die Verpackung die Ware beim Transport schützt. Die Fallhöhe hängt in üblichen Verfahren vom Packgewicht ab.
- Barcode-Scan. Barcodes auf Produkt, Verkaufsverpackung und Kartons werden gescannt, um zu bestätigen, dass sie lesbar sind und die richtige Nummer enthalten. Ein nicht lesbarer Barcode kann zur Ablehnung im Lager eines Händlers führen.
- Kartongewicht und -maße. Werden mit Packliste und Versandmarkierung verglichen. Abweichungen wirken sich auf die Fracht aus und können auf fehlenden oder falschen Inhalt hinweisen.
- Produktgewicht und -maße. Werden an mehreren Einheiten gegen die Spezifikation geprüft.
- Funktionsprüfung. Jede Stichprobeneinheit wird so benutzt, wie der Kunde sie benutzen wird: öffnen, schließen, einschalten, montieren, einstellen.
Produktspezifische Tests
Andere Tests hängen von Werkstoff und Produktart ab. Die Tabelle zeigt die gängigen und wo jeder am nützlichsten ist.
| Test | Was er findet | Typische Produkte |
|---|---|---|
| Montage aus dem Karton | Fehlende Beschläge, versetzte Bohrungen, unklare Anleitung | Möbel zur Selbstmontage, Fitnessgeräte, Fahrräder |
| Standsicherheit und einfache Belastung | Wackeln, Kippen, schwache Verbindungen | Möbel, Regale, Ständer |
| Hochspannung und Schutzleiter | Isolationsversagen, mangelhafte Erdung | Netzbetriebene Geräte und Leuchten |
| Dauerlauf | Überhitzung, sporadische Fehler, Geräusche | Motoren, Heizgeräte, Ladegeräte, Ventilatoren |
| Innenkontrolle (Einheiten öffnen) | Ausgetauschte Bauteile, mangelhafte Verdrahtung | Elektrische und elektronische Produkte |
| Gitterschnitt mit Klebeband | Beschichtung, die abplatzen wird | Lackiertes oder beschichtetes Metall, Holz, Kunststoff |
| Reibtest mit weißem Tuch | Abfärbende Farbe | Textilien, Leder, bedruckte Artikel |
| Feuchtemessgerät | Zu feuchtes Holz oder Verpackungsmaterial beim Verpacken | Holzprodukte, Kartons |
| Kleinteile, scharfe Kanten, Drehmoment und Zug | Erstickungs- und Verletzungsgefahren | Spielzeug und Kinderprodukte |
| Zugprüfung von Nähten und Besätzen | Schwache Nähte, sich lösende Knöpfe | Bekleidung, Taschen, Plüschtiere |
| Nadeldetektion | Bruchstücke abgebrochener Nadeln | Bekleidung, Plüschtiere, Textilien |
| Geruchsprüfung | Lösemittel- oder Chemikaliengeruch | Kunststoffe, Schaumstoff, beschichtete Waren und Lederwaren |
Details nach Produktart stehen in unseren Leitfäden zu Möbeln, Spielzeug, Kleingeräten und Elektronik sowie Bekleidung und Textilien.

Die Tests in die Checkliste schreiben
Tests vor Ort funktionieren nur, wenn sie vor der Prüfung vereinbart sind. Für jeden Test sollte die Checkliste vier Dinge angeben:
- Das Verfahren. Welche Vorgehensweise, Fallhöhe, Spannung, Zahl der Reibzyklen oder Kraft.
- Den Stichprobenumfang. Meist kleiner als bei der Sichtprüfung, weil viele Tests langsam oder zerstörend sind.
- Das Bestehenskriterium. Was als Ausfall gilt.
- Wer die Geräte stellt. Das Hochspannungsprüfgerät, die Lichtkabine oder der Nadeldetektor der Fabrik oder die eigenen Werkzeuge des Prüfers.
Die Vereinbarung im Voraus hat auch einen praktischen Grund. Zerstörende Tests verbrauchen Einheiten, und eine Fabrik, die vorher nicht informiert wurde, sträubt sich am Prüftag oft. Ein Test, der in der Bestellung und der Prüfcheckliste steht, ist eine Anforderung. Einer, der am Tag selbst vorgeschlagen wird, wird zur Verhandlung.
Werden Geräte der Fabrik verwendet, prüft der Prüfer deren Kalibrierprotokoll, bevor er sich auf das Ergebnis verlässt. Ein nicht kalibriertes Gerät liefert eine Zahl, aber keinen Beleg.
Was Tests vor Ort nicht ersetzen können
Tests vor Ort sind orientierende Kontrollen an einer Stichprobe. Sie finden gut Fehler, die von Einheit zu Einheit schwanken, und Abweichungen vom freigegebenen Muster. Laborprüfungen ersetzen sie nicht. Chemische Grenzwerte, Entflammbarkeit, Faserzusammensetzung, elektromagnetische Verträglichkeit und vollständige mechanische Sicherheitsprogramme brauchen akkreditierte Labore und kalibrierte Geräte, die man nicht in eine Fabrik mitbringen kann. Manche Werkstofffragen brauchen ebenfalls ein Labor, wie unser Fallbeispiel zu einer ausgetauschten Stahlgüte zeigt. Die beiden Stähle sahen gleich aus, der Unterschied lag in der Chemie.
Der Bericht sollte angeben, welche Tests mit welchen Geräten an wie vielen Einheiten durchgeführt wurden, und die Ergebnisse nennen. Ein „bestanden“, das nicht sagt, was geprüft wurde, ist kein brauchbares Ergebnis.
Für den Stichprobenumfang der Sichtprüfung nutzen Sie unseren AQL-Rechner. Die genannten Tests können jeder Produktprüfung von SSTI hinzugefügt werden, wenn sie in der Checkliste stehen.
Sollen bei Ihrer nächsten Prüfung die richtigen Tests dabei sein?
SSTI baut die Tests vor Ort vor dem Besuch in Ihre Checkliste ein und meldet jedes Ergebnis.
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